Brandenburg hilft uns bei Irak-Einsatz

 

Wir von Mission East bekommen viel Ermutigung und Unterstützung für unsere Arbeit. Das ist besonders wichtig, wenn wir in Krisengebieten über schnelle Nothilfe hinaus die Menschen auch langfristig unterstützen wollen. Starke Partner sind zum Beispiel das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Jetzt arbeitet auch das Land Brandenburg mit uns - und macht ein sehr wichtiges Projekt im Irak möglich.

Der Irak ist Schauplatz einer der größten humanitären Krisen der Welt. Anfang 2018 ist die Auseinandersetzung mit dem Islamischen Staat (IS) zwar weitgehend beendet. Doch leiden noch immer über fünf Millionen vertriebene Menschen und Rückkehrer unter der Zerstörung ihrer Heimat. Das Ninewa Governorate im Nordirak bleibt das "Epizentrum der Krise" mit knapp 700.000 Binnenvertriebenen und fast einer Million Rückkehrern.

Die Mehrheit der Rückkehrerfamilien in Sinjar Stadt sind Jesiden, eine religiöse Minderheit in der Region. Sie hatten 2014 in den Bergen im Norden Zuflucht gesucht, da sie von den radikal-islamischen IS-Kämpfern besonders grausam verfolgt wurden. Unter den Rückkehrern gibt es außerdem viele junge Menschen und Frauen, die unter Traumata leiden, ausgelöst von Massakern und anderen extremen Gewalttaten.

Jesidische Frauen und Jugendliche sind besonders betroffen

Dazu gehörte auch die Gefangenschaft von Tausenden von Frauen und Mädchen. Die Folge war unter anderem die Geburt von vielen jesidischen Kindern, die durch Vergewaltigung durch Moslems in die Welt kamen. Ein echtes Problem für ihre spätere Anerkennung in der jesidischen, also nicht muslimischen Gemeinschaft.

Das Land Brandenburg hat sich daraufhin entschlossen, den Opfern zu helfen. Unter anderem will Brandenburg besonders hilfsbedürftige jesidische Frauen und ihre Kinder nach Deutschland bringen. Doch auch die vielen vor Ort bleibenden Menschen soll eine bessere Zukunft ermöglicht werden.

Mission East war damals eine der ersten humanitären Organisationen, die sich um die Not der befreiten Dörfer in Sinjar kümmerte. Dabei ist ein großer Bedarf in den Bereichen Unterkunft, Bildung und der grundlegenden Haushaltausstattung identifiziert worden. Aufgrund unserer Präsenz und Erfahrung vor Ort hat uns die Regierung von Brandenburg als perfekten Projektpartner identifiziert.

Ein Gemeinschaftszentrum soll Opfern eine dauerhafte Anlaufstelle bieten

Was die Menschen jetzt besonders brauchen, ist die Bereitstellung psychosozialer Unterstützung, Nothilfe für im Inland Vertriebene sowie der Aufbau der Infrastruktur in den Bereichen Wasser und Hygiene. Dazu kommt die Wiederherstellung von Unterkünften und die Ermöglichung von Broterwerb - denn Hilfe zur Selbsthilfe ist besonders wirkungsvoll.

Mit dem neuen Gemeinschaftszentrum in Sinjar Stadt wollen wir schätzungsweise 3.000 junge Erwachsene und Frauen erreichen. Basierend auf umfassenden Projekterfahrungen von Mission East in Sinjar wird das Zentrum berufliche und schutzbezogene Dienste für eine stark gefährdete Bevölkerung in Sinjar Stadt anbieten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Bewältigung psychosozialer und sozio-ökonomischer Herausforderungen. Das Zentrum wird verschiedene Dienste wie Therapiemaßnahmen zur Verarbeitung von Traumata, Ausbildungsmöglichkeiten zur Sicherung des Lebensunterhalts und Aktivitäten anbieten, die den verlorengegangen Zusammenhalt in der Gemeinschaft stärken sollen.