Cholera bedroht Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Über 800.000 Menschen der verfolgten Minderheit Rohingya sind aus Myanmar ins benachbarte Bangladesch geflohen. Sie leben in überfüllten Flüchtlingslagern, in denen ihnen die grundlegendsten Dinge fehlen. Vor allem Kinder, kranke und alte Menschen sind akut von Seuchen bedroht. Mission East hilft mit Vorsorge-Maßnahmen und Hygiene-Schulungen.

 

Die verzweifelte Situation der Rohingya gilt als die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise der Welt. Allein in den letzten zwei Monaten kamen wieder Tausende Angehörige der verfolgten Minderheit aus der Unruheprovinz Rakhine nach Myanmar. Die Menschen leben auf etwa 10 Quadratkilometern in provisorischen Hütten aus Plastik und Bambus. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder. Kendrah Jespersen wurde von uns nach Bangladesch geschickt, um die Nothilfe von Mission East in Cox Bazar zu koordinieren, wo Mission East mit Medical Teams International (MTI) im Lager Kutupalong zusammenarbeitet. "Die Flüchtlinge haben gelitten, wie man sich das nicht vorstellen kann. Es scheint, als ob jeder Einzelne eine Geschichte von schrecklichen Gewalttaten erzählen kann" berichtet sie. Hier ein Video aus dem Krisengebiet.

 

Flüchtlinge werden in Gesundheit und Hygiene geschult

 

Verschmutztes Wasser, überquellende Latrinen und der Mangel an Hygiene machen die überfüllten Siedlungen zu idealen Brutstätten für lebensgefährliche Krankheiten. Die Lager stehen laut Experten am Rande eines Cholera-Ausbruchs. Deshalb geht mit Mitteln von Mission East geschultes Personal von Zelt zu Zelt und verteilt Seife und Toilettenartikel. Familienmitglieder, die bereits an Durchfall leiden, erhalten Salz und Zink als Soforthilfe und werden zur weiteren Behandlung an Ärzte weitergeleitet. Mission Ost und MTI unterstützen ein besonderes Gesundheitszentrum mit Expertise in der Bekämpfung von Durchfall-Erkrankungen.

 

Mission East bietet Nothilfe und langfristige Entwicklungshilfe

 

Wir helfen allen bedürftigen Menschen, unabhängig von ihrem ethnischen oder religiösen Hintergrund oder ihrem politischen Standpunkt. Mission East wird sich deshalb längerfristig dafür einsetzen, dass die Rohingya eine Zukunft haben.

Die Anstrengungen in Bangladesch werden in enger Zusammenarbeit mit sechs Hilfsorganisationen des Netzwerks der Integral Alliance, darunter Medical Teams International (MTI), durchgeführt. Das Netzwerk hat 23 Mitgliedsorganisationen mit Niederlassungen in 14 Ländern. Gemeinsam arbeiten sie mit über 700 lokalen Partnern in 90 Ländern auf der ganzen Welt zusammen. In schweren Katastrophensituationen, wie in Bangladesch, schließen sich Integral-Mitglieder zusammen, um Menschen in Not rasch und unkompliziert Hilfe zu bringen.