Neues Projekt zur Bekämpfung der Armut in Afghanistan gestartet!

"Stärkung der Widerstandsfähigkeit von abgelegenen, vulnerablen Gemeinden in der Badakhashan Provinz im Nord-Osten von Afghanistan"

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Im November 2016 wurde Mission East durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beauftragt, ein Projekt im Norden Afghanistans umzusetzen. Durch die Spezialisierung von Mission East auf besonders entlegene Regionen und besonders marginalisierte Menschen und der Expertise bei der Schaffung neuer und nachhaltiger Lebensgrundlagen konnten wir erfolgreich das BMZ von unserem Projekt überzeugen.

Aktiv wird Mission East in Keshim, Argo, Darayem und Shar-e-Buzarg in der Badakhshan Provinz. Es handelt sich bei den ausgewählten Dörfern um abgelegene, schlecht erreichbare und unterversorgte Orte. Die Infrastruktur und Grundversorgung ist eher ärmlich oder nicht vorhanden, die Lebenserwartung gering, Mangelernährung ist weitverbreitet und von Wasser mit schlechter Qualität ausgelöste Krankheiten sind an der Tagesordnung wegen fehlendem Zugang zu reinem Wasser und guten sanitären Verhältnissen. Die vorherrschende Ernährungsunsicherheit und Unsicherheit für den Lebensunterhalt wird von vielen Faktoren ausgelöst, darunter: uneffektive und veraltete Landwirtschaftspraktiken, Mangel an Zugang zu verbesserten Samensorten und Werkzeugen, zum Markt, Informationen und finanziellen Ressourcen.

Mit dem Bau von Wassersystemen, sanitären Anlagen und der Vermittlung von guten Hygieneverhalten soll die Wasserversorgung verbessert und durch Wasserverunreinigung bedingte Krankheiten vermindert werden. Um die Ernährung zu verbessern und weitere Lebensgrundlagen zu schaffen, sollen insbesondere auch Frauen im Bereich der Kleingärtnerei trainiert werden. Gewächshäuser werden gebaut und Obstgärten angelegt oder regeneriert. Die notwendigen Utensilien für die Gärtnerei werden den Bedürftigen zur Verfügung gestellt. Weiterhin werden Frauen und andere Begünstigte darin trainiert, die Erträge aus der Kleingärtnerei haltbar zu machen, sodass sie nicht nur Vorräte für den Winter anlegen können, sondern auch ihre Produkte auf den lokalen Märkten verkaufen und damit zum Lebensunterhalt der Familie beitragen können. Auch im Bereich der Hühnerzucht wird Mission East ausgewählte Haushalte unterstützen. Damit die Aktivitäten auch von dauerhaften Nutzen für die Menschen sind und ein Gefühl der Eigenverantwortlichkeit entstehen kann, unterstützen wir sie dabei, Selbsthilfegruppen und Produktionsgemeinschaften zu organisieren. Um die Akzeptanz für unsere Projektaktivitäten auch bei den lokalen Behörden herzustellen sowie deren Kapazitäten zu stärken, werden diese bei verschiedenen Schritten der Projektimplementierung mit einbezogen.

Hier finden Sie die Geschichte von Sayerah, einer Mutter die in einem vorangegangenen Projekt von Mission East unterstützt wurde:

Eine Mutter ernährt ihre Kinder durch den Verkauf von Marmelade

Viele Familien in Afghanistan gehen hungrig zu Bett. Mission East bildet Frauen aus, sodass sie sich und ihre Familien selber besser versorgen können.   

Sayerah, eine 35 Jahre alten afghanischen Frau erinnert sich mit Schrecken an die Zeit, bevor sie ihr eigenes kleines Unternehmen begann. "Es war so schrecklich und beängstigend. Mein Mann ist ein Tagelöhner, aber oft gab es keine Arbeit, und es war schwierig für uns auch nur eine anständige Mahlzeit am Tag für unsere neun Kinder zu bekommen", sagt sie. Sayerah konnte nur von Winterkleidung und anderen Notwendigkeiten träumen.

Hohe Kindersterblichkeit

Sayerah lebt mit ihrer Familie in Badakhshan im Norden Afghanistans. Das Leben im Hochgebirge ist hart: bitterlich kalte Winter, glühend heiße Sommer, wiederkehrende Naturkatastrophen und Konflikte, die Menschen in die Flucht zwingen. Die meisten Frauen bekommen mehr als fünf Kinder, von denen viele das erste Jahr nicht überleben. Die hohe Kindersterblichkeit wird durch Mangelernährung und Krankheiten verursacht, die durch verunreinigtes Wasser übertragen werden. Mission East arbeitet daher in der Gegend um Wassersysteme zu bauen, Hygiene-Erziehung zu organisieren und den Lebensunterhalt der Familien zu sichern.

Eine Effiziente Möglichkeit der Selbstversorgung

Um ihre Familie unterstützen zu können, trat Sayerah einer Gruppen von Mission East bei, deren Thema die Ernährung ist. Die Frauen werden in der Lebensmittelverarbeitung ausgebildet und bei der Etablierung eines kleinen Unternehmens unterstützt. Die Methode erwies sich als effizient bei der Bereitstellung einer Lebensgrundlage für arme Familien in den Bergen. Wenn die Frauen etwas Training und Starthilfe erhalten haben, zeigen sie einen hohen Antrieb und Begeisterung für den Verkauf von Lebensmitteln, die sie selber herstellen. Dies bietet ihnen Mittel, um ihre Familien zu unterstützen.

50 Gläser pro Woche

"Als das Projekt begann, fragte ich mich, wie ich davon profitieren könnte. Wie wäre ich in der Lage ohne Kapital eine Existenzgründung zu erreichen? Aber Mission East hat mir geholfen mit einem Business-Plan und der Bereitstellung einiger Rohstoffe mit denen wir beginnen konnten." sagt Sayerah. Sie produziert jetzt ca. 50 Gläser von eingelegtem Gemüse, Tomatensaucen und Kirschen pro Woche. Ihr Ehemann verkauft sie auf den lokalen Märkten. Die Familie verdient etwa 100 Euro pro Monat aus diesem Geschäft und ermöglicht Sayerahs neun Kindern, tägliche richtige Mahlzeiten zu essen. "Ich kann auch Winterkleidung für meine Kinder, Schule und etwas Kosmetik für mich kaufen. Ich danke Mission East für die Unterstützung armer Leute wie uns.”