Otto Bernhardt: Flüchtlings-übereinkommen der EU nur der erste Schritt in die richtige Richtung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Beschluss, eine Milliarde Euro für die hungernden Flüchtlinge in den Nahgebieten von Syrien zu geben, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss dieser Schritt mit Hilfe zur Linderung der Traumata sowie Hilfe zum Wiederaufbau ausgebaut werden.

Am Mittwoch Abend, den 23. September 2015, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs der EU geeinigt, Maßnahmen gegen die Flüchtlingskrise an zwei Fronten zu ergreifen: Eine Milliarde Euro wird an das UN-Programm für Flüchtlinge- und Nahrungsmittel gegeben, um hungernde Flüchtlingen in den angrenzenden Gebieten des vom Bürgerkrieg verwürsteten Syrien satt zu machen. Darüber hinaus wird die Kontrolle der Außengrenzen der EU dadurch gestärkt, sogennante ‚Hot Spots‘werden errichtet, wo die Flüchtlinge, die einen berechtigten Anspruch auf den Asylstatus haben, festgestellt werden können. Der Beschluss ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber ein einzelner Schritt ist nicht genug. Der Flüchtlingsdruck auf die Grenzen von Europa wird sich fortsetzen und sich sogar steigern, wenn wir nur die Symptome bekämpfen und versuchen, Europa abzuschirmen. Solange das Motiv für die Flüchtlingshilfe nur unsere Selbstverteidigung ist, werden wir keine nachhaltigen Lösungen für die vielen Millionen Flüchtlinge finden.

Ich wünschte mir, dass Bundeskanzlerin Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs mich, Dr. Hartzner, und den Bundestagsabgeordneten Dr. Johann Wadephul, Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses u. a. für den Nordirak, auf unsere bevorstehende Reise in den Nordirak begleiten könnten. Wir werden dort mit Lastwagen in die kurdischen Bergen, zu den entlegenen Dörfern, zu den Kindern und Familien fahren, die über Stock und Stein geflüchtet sind, um die Gräueltaten des Islamischen Staates zu entgehen. Wir werden in die Augen der vertriebenen Christen, Yeziden und Shiamuslimen schauen und ihre Dankbarkeit für das Essen, die Kleider, die Teppiche und die Zelten, die wir verteilen, erfahren können. Wir werden aber auch den Stolz ihrer Identität und ihren Mut, in ihr Land zurückkehren zu wollen, um ihr Land wieder aufzubauen sobald ihre Heimorte befreit werden, anerkennen.  Eine solche Reise würde ohne Zweifel die Staats- und Regierungschefs dazu inspirieren, mehr Nothilfe für die angrenzenden Gebiete zu genehmigen. Es würde sie sicher dazu veranlassen, langfristige Lösungen wie Hilfe zum Wiederaufbau sowie Hilfe zur Bewältigung der Traumata der Flüchtlinge zu finden. Die Flüchtlinge benötigen Hilfe, um selber weiterleben zu können und um kommenden Konflikten vorzubeugen.

Drei jüngst errichtete Zentren

Gerade jetzt versammeln sich mehr als 600 Kinder in einem unserer drei kinderfreundlichen Zentren im nördlichen Irak, um zu spielen und zu lernen, und um sich auf den Schulbesuch sowie einen normalen Alltag vorzubereiten. Das ausgebildete Personal und junge freiwillige Lehrkräfte lehren die Kinder gute Kameraden zu sein, einander zu helfen, ihre Eltern zu verstehen sowie Konflikte vorzubeugen. All das wird getan, damit sie dem entgehen, dass sie als Bettler auf der Straße oder als Mitglied von gewalttätigen Banden ihr Geld verdienen müssten. Die Kinder sind die Zukunft, und die kinderfreundlichen Zentren werden auf Dauer eben der Lichtpunkt der Jugendlichen sein, die zum Ergebnis haben, dass sie nicht bitter und impulsiv mit Gewalt reagieren werden. In den Zentren erhalten junge Frauen und Mütter Hilfe, ihre Traumata nach Übergriffen, dem Verlust von Familienmitgliedern und unbeschreiblichen Erfahrungen zu bewältigen. Hier sind Mütter, die gesehen haben, wie ihre Mädchen vom Islamischen Staat als Sexsklaven entführt wurden. Hier sind Frauen, die die Hinrichtung ihrer Männer erlebt haben. 

Bei der Flüchtlingskrise geht es nicht nur um die stärkeren Flüchtlinge, die unsere Grenzen überqueren und unsere Kultur sowie den Wohlstand herausfordern. Es handelt sich um Menschen, sowohl die schwachen und starken Menschen, die es wie wir Deutsche wünschen, so nah an unseren Zuhause zu wohnen wie möglich, damit sie zu ihren Häusern, Feldern und Betrieben heimkehren können, um ein normales Dasein so gut wie möglich anzufangen. 

Ich möchte gern diese Vision mit unseren Politikern teilen. Ja, wir brauchen jetzt Gelder für Nothilfe, und das jetzt. Aber wir brauchen auch Gelder für Initiativen, die den eigenen Willen der Bevölkerung unterstützen, um, in ihrer eigenen Heimat, wo sie seit Jahrtausenden leben, überleben zu können. Ich wünsche mir einen langfristigen Plan und ich fordere zu einer breiten Zusammenarbeit auf – nicht nur unter den EU-Ländern sondern auch mit den USA und mit Rußland, zum Teil um Druck auf die Kriegsparteien zu legen, zum Teil um einen ernsten Einsatz zu machen, um die Gebiete wiederaufzubauen, indem sie allmählich befreit und bewohnbar werden.

Nicht nur unseretwegen, aber auch um derer Willen, die geflüchtet sind und viel gelitten haben. Sie verdienen es!

So können Sie unsere Arbeit unterstützen:

Bisher hat Mission East mehr als 42.000 Vertriebenen im Nordirak mit Nahrungsmitteln, Kleidern und Unterkunft geholfen. Aber sie leben mit unglaublichen Traumata. Diejenigen, die zu den befreiten Gebieten zurückkehren können, werden mit geplünderten Häusern konfrontiert und viele müssen ihre ermordeten Verwandten begraben.

Eine Hygieneausrüstung für eine Familie kostet nur 25 €, Küchengeräte für eine Familie kosten 40 € und vier Matratzen für eine Familie kosten 75 €.

  • Spenden Sie deshalb selber bzw. werben Sie in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis für Spenden für unsere Arbeit. Um die Arbeit zu unterstützen, klicken Sie bitte HIER oder benutzen Sie das Spendenkonto: Mission East Deutschland e.V. - Bank Berliner Sparkasse - Kontonr. 190266058 - BLZ 10050000 - IBAN DE69100500000190266058 - BIC BELADEBEXXX
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Mit freundlichen Grüßen

 

Otto Bernhardt

Vorsitzender, Mission East Deutschland e.V.

 

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