Reisebericht aus dem Irak vom Juni 2016

Vor wenigen Woche kehrten Dr. Kim Hartzner, Geschäftsführer und die Büroleiterin von Berlin Frau Hoffmann von einer Reise aus dem Irak zurück. Zusammen mit dem Projektteam vor Ort besuchten sie die jesidischen Flüchtlinge auf dem Sindschar-Gebirge, die seit dem 3. August 2014 dort leben.

Sie flohen vor der Invasion des sogenannten Islamischen Staates in ihre Dörfer und die Stadt Sindschar. Der IS verbreitete massiven Terror, tötete systematisch die Männer, vergewaltigte die Frauen und versklavte sie und die Mädchen um sie weiter als Sexsklaven unter den IS-Kämpfern zu verkaufen. Aus einigen Zeugenberichten von geflohenen jesidischen Frauen und Mädchen aus den Händen des IS musste die Welt erkennen, mit welcher barbarischen und menschenverachtenden Gruppe wir es hier zu tun haben. 

Seither engagiert sich Mission East als internationale Organisation auf dem Sindschar-Gebirge und versorgt unter anderem mit Mitteln des deutschen Auswärtigen Amtes die geflohenen Familien mit Wasser, Hygieneartikeln, Wasserkanistern, Bettwäsche, Baumaterialien wie Holz sowie Werkzeugen. Damit konnten die Menschen sich zumindest ein wenig vor den harschen Wetterbedingungen auf dem Gebirge schützen. Auch konnten eine Wasserpumpe und ein Brunnen instandgesetzt werden, womit nun 300 Familien fließend Wasser haben. Ebenso kümmern sich unsere Mitarbeiter vor Ort sowie die Mitarbeiter von unserer lokalen Partner-Organisation Humanity auf dem Gebirge um Frauen und Kinder. Sie bieten ihnen einen sicheren Raum, wo die Frauen über ihre traumatischen Erlebnisse sprechen und Kinder spielen und lernen können. 

„Die Arbeit erfüllt uns, denn wir sehen, dass wir mit recht einfachen Mitteln, durchaus zur Erleichterung des Lebens auf dem Gebirge beitragen können. Gleichzeitig aber ist es eine große Verantwortung das Überleben von tausenden von Menschen mit zu verantworten.“, sagt Dr. Hartzner über die Arbeit im Irak. 

Ebenfalls wurde Kirkuk, eine Stadt, die zuletzt von kurdischen Peschmerga gegen den Angriff des IS verteidigt werden konnte, besucht. Doch umliegende Gebiete werden nach wie vor von dem IS besetzt. Hier ist Hilfe dringend notwendig, denn täglich erreichen viele Flüchtlinge aus dem Gebiet um dem Ort Hawija, südwestlich von Kirkuk, die Stadt und die Flüchtlingscamps. 

Mit Unterstützung des deutschen Auswärtigen Amtes hilft Mission East 800 Familien im Flüchtlingscamp Nazrawa. In den derzeit heißen Sommermonaten, wo die Temperaturen auf über 40 Grad steigen, wurde mit Sommerhilfepaketen den Menschen ein wenig Linderung mit Wasser- und Luftkühlern und Sommerdecken verschafft. 

Viele tausende Menschen in der Region leiden derzeit völlig unverschuldet unter den enormen Umbrüchen in der Region. Sie werden zwischen den ständigen Kampfhandlungen zerrieben. Ihre einzige Chance zum Überleben ist oftmals nur die Flucht. Wir erwarten noch viele weitere Flüchtlinge, denn der Kampf gegen den IS ist noch lange nicht vorbei und ein Frieden scheint in weiter Ferne.

Mission East mit Unterstützung des deutschen Auswärtigen Amtes unternimmt jede Anstrengung um den Menschen das Leben zu erleichtern und ihnen Hoffnung für die Zukunft zu geben.