Unsere Arbeit

WASH in Afghanistan

Projektname: Stärkung der Widerstandsfähigkeit von abgelegenen, vulnerablen Gemeinden in der Badakhashan Provinz im Nord-Osten von Afghanistan

Projektstandorte: Badakhshan Provinz, Nordost-Afghanistan

Projektzeitraum: 12 Monate - 1 November 2016 – 31 Oktober 2017

Geber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Projektbudget: 526.664,60 Euro

Projektziele:

Das oberste Projektziel ist es, bei den Hilfeempfängern und den Gemeinden Kapazitäten aufzubauen, damit diese mobilisiert werden und sich gegenseitig unterstützen, um größere Resilienz und Sicherheit für den Lebensunterhalt zu gewährleisten. Das geht einher mit dem Verständnis von Mission East, dass sozialer Schutz das gesamte Spektrum von Versorgungsmaßnahmen umspannt: Befreiung von Mangel; präventive Maßnahmen, um Mangel vorzubeugen; fördernde Maßnahmen, die Ressourcen und Einkommen verstärken; transformative Maßnahmen, die Anliegen von sozialer Gerechtigkeit und Exklusion adressieren.

Komponente I: Wasser, Sanitär & Hygiene (WASH)

Direktes Ziel: Verminderte Anfälligkeit von Krankheiten, die durch Fäkalien und verunreinigtes Wasser verursacht werden, indem der Zugang zu Wasserquellen und adäquaten Sanitäranlagen auf Haushalts- und Gemeindeebene ermöglicht und gutes Hygieneverhalten gefördert wird.   

Komponente II: Ernährungssicherheit

Direktes Ziel: Durch erhöhte und verbessere Lebensmittelproduktion auf Haushaltsebene wird die Ernährung verbessert und ausgewogener, was zu einer Verminderung der Anfälligkeit für Krankheiten und Mangelernährung führt.

Komponente III: Sicherung des Lebensunterhaltes

Direktes Ziel: Erhöhte Einkommen der privaten Haushalte durch die Förderung von zusätzlichen Einnahmequellen durch Verbesserung des Managements und Marketing-Fähigkeiten der lokalen Selbsthilfegruppen und Erzeugergemeinschaften sowie die Verbesserung des Marktzugangs.

Die Problemstellung und Zielgruppe:

Das Projekt hat die Zielvorgabe, insgesamt 2.482 Haushalte (HH) beziehungsweise ca. 17.139 Menschen in 8 Dörfern mit seinen geplanten WASH und den Maßnahmen zur Sicherung des Lebensunterhaltes und der Nahrung zu umfassen. In den ausgewählten vier Bezirken Keshim, Argo, Darayem und Shar-e-Buzarg bilden Tadschiken und Usbeken die zwei größten Gruppen der ethnischen Bevölkerung. Pflanzenanbau bildet gemeinsam mit den verwandten landwirtschaftlichen Aktivitäten wie Tierhaltung, Dörrobst, Bienenzucht und Seidenweberei die Haupteinnahmequellen, die durch Lohnarbeit während der mageren Jahreszeit ergänzt wird.

In den vier Zielbezirken Keshim, Argo, Darayem und Shar-e-Buzarg bilden Tadschiken und Usbeken die zwei großen ethnischen Bevölkerungsgruppen. Landwirtschaftlichen Tätigkeiten wie die Viehzucht und die Produktion getrockneter Früchte sowie die Imkerei und die Seidenweberei sind einige der die Haupteinnahmequellen, welche durch Lohnarbeit in den kalten Jahreszeiten ergänzt werden.

Die Zieldörfer befinden sich in abgelegene und unterversorgten Gebieten die schwer erreichbar sind. Die Infrastruktur ist schlecht und eine Grundversorgung ist selten oder überhaupt nicht vorhanden. Die Lebenserwartung ist gering und die Krankheiten die über verschmutztes Wasser übertragen werden und aufgrund fehlender sanitärer Anlagen ist alltäglich. Die vorherrschende Nahrungsmittelunsicherheit und die Defizite bei der Verbesserung der Existenzgrundlagen werden unter anderem durch veraltete und schlechte landwirtschaftliche Praktiken, dem Mangel an gutem Saatgut und Werkzeugen auf den lokalen Märkten, fehlenden Informationen und finanziellen Ressourcen bedingt.

Der höchste Anteil an Menschen (1,7 Millionen) in Afghanistan, die unsicheren Zugang zu Lebensmitteln haben, lebt mit 46% im Nordosten Afghanistans. Diese Region ist noch abhängiger als andere von regenwassergespeisten landwirtschaftlichen Systemen (bis 45% der Haushalte in der Provinz kultivieren mit dieser Methode). Sie ist dadurch noch anfälliger wegen der Unvorhersehbarkeit der Niederschläge und dem schwierigen Anbau-Terrain.“ [Quelle: Central Statistics Organization (2014), National Risk and Vulnerability Assessment 2011-12, Afghanistan Living Conditions Survey, Kabul].

Die Gebirgstopographie von Badakhshan verursacht, dass es wenige anbaufähige Flächen gibt, und bei nicht ausreichenden Niederschlägen und ärmlicher Infrastruktur für die Bewässerung ist es so, dass die abgelegenen ländlichen Haushalte, die sehr vom Land abhängig sind, ihre Familien nicht ernähren können. Strenge Winter, schwerer Schneefall und Schmelzwasserströme wegen des schnellen Schmelzens von Schnee sind Kennzeichen der extremen Wetterverhältnisse, welche die ländlichen Gemeinden der Provinz beeinflussen. Badakhshan liegt darüber hinaus in einer seismisch aktiven Zone.

Die meisten Haushalte in dem ländlichen Gebiet haben keine Verkaufsmärkte für ihre Güter in der Nähe, daher müssen sie dafür weite Wege durch unwegsames Gelände auf sich nehmen, um Lebensmittel zu kaufen und um ihre Produkte zu verkaufen. Darüber hinaus sind die Transportwege schlecht und oft unzugänglich während der Regenzeit und der harten Winter aufgrund der oft wiederkehrenden Naturkatastrophen. Ungleichheiten beim Zugang zu natürlichen Ressourcen sind weit verbreitet. Es gibt eine Überausbeutung von großem Maße sowie eine nicht nachhaltige Verwaltung der natürlichen Ressourcen, die zu Bodenverarmung und Erosion, der Vernichtung von Wäldern und Weideland, und der weiteren Verringerung der für die armen Gemeinden für ihren Lebensunterhalt und ihre Ernährungssicherheit zur Verfügung stehenden natürlichen Ressourcen führt.

Der verbesserte Zugang zu WASH Services und verbesserten Hygienepraktiken erlauben die Aussicht, dass die Vulnerabilität aufgrund von Exkrement- und Wasserbezogener sowie von Überträgern ausgelösten Krankheiten zurückgehen wird. Das wird sich wandelnd auswirken auf einen Rückgang von Mangelernährung, die auch von chronischer Diarrhoe ausgelöst wird, und den Zeitaufwand sowie die Risiken verringern, die für das Wasserholen eingesetzt werden mussten. Man erwartet, dass diese Maßnahmen Frauen freisetzen, sich in lebensunterhaltsichernde Aktivitäten einzubringen, und dass Kinder regelmäßiger in die Schule gehen können. Die geplanten Ernährungssicherungsmaßnahmen werden den Speiseplan, die Ernährung und Gesundheit verbessern. Sie werden die Lebensmittelverfügbarkeit in bisher kritischen Situationen im Winter erhöhen. Wenn man sich gleichzeitig mit Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensunterhalts engagiert, kann man eine verbesserte Stellung der Frauen in erhöhter Lebensmittelproduktion und Konsum sowie in erhöhtem Haushaltseinkommen erwarten. Unterstützung für Erzeugergruppen und Selbsthilfegruppen werden den Zugang von Frauen zu Krediten und Märkten verbessern und ihnen erlauben, sozioökonomisch unabhängiger zu sein.

Wirkungsbereich:

Grundbedürfnissen begegnen

  • Nothilfe mindert die Folgen von Schockreaktionen und ermöglicht Schutzmechanismen für vulnerable Gruppen, die den Naturkatastrophen oder Konflikten ausgesetzt sind.
  • WASH Verbesserungen senken die Vulnerabilität gegenüber Erkrankungen, die von Exkrementen, Überträgern und schlechter Trinkwasserqualität ausgelöst werden. Darüber hinaus wird Mangelernährung reduziert und Zeit für das Wasserholen eingespart.
  • Gestärkte Ernährungssicherung reduziert die Vulnerabilität gegenüber Krankheiten sowie Mangelernährung durch verbesserte und vielseitigere Lebensmittelproduktion und Speiseauswahl.

 

Ökonomische und soziale Entwicklung der ländlichen Gemeinden

  • Verbesserte Sicherheit für den Lebensunterhalt stärkt die Widerstandskraft (Resilienz), indem neue Möglichkeiten für Lebensgrundlagen, Produzenten- und Selbsthilfegruppen in der Gemeinde geschaffen werden.
  • Die Einführung von Verwaltung der natürlichen Ressourcen erhöht die Produktivität in der Landwirtschaft und schafft Resilienz gegenüber Naturkatastrophen mittels veränderter Techniken, und um Gemeindeverständnis und –strukturen aufzubauen.
  • Die Konstruktion und Rehabilitation von produktionsunterstützender Infrastruktur, Landstraßen und Bewässerungskanälen, verbessert die landwirtschaftliche Produktivität und schafft Zugang zu Märkten und öffentlichen Services, vor allen nach Katastrophen.

 

Übergreifende Komponenten

  • Soziale Entwicklung im ländlichen Raum verbessert die sozialen Voraussetzungen der am meisten vulnerablen Gruppen, indem deren Inklusion sowie Partizipation an den Verbesserungen gesichert wird.
  • Der Aufbau der zivilgesellschaftlichen Kapazitäten ermöglicht es lokalen Organisationen, ihre Rechte voranzutreiben und den Bedürfnissen der vulnerablen Gruppen in den lokalen Gemeinden zu begegnen.
  • Verstärkte Präventionsmaßnahmen zur Minderung von Katastrophenwahrscheinlichkeit erhöhen die Widerstandsfähigkeit und verbessern die Reaktionsmöglichkeiten auf Katastrophen.