Unsere Arbeit

Hilfe für Vertriebene in Irak

Obwohl der IS größtenteils zurückgedrängt worden ist, ist die humanitäre Krise im Irak noch lange nicht vorbei. Die über vier Jahre andauernden Kampfhandlungen haben einen enormen Tribut bei der Zivilbevölkerung gefordert. Von den fast 6 Millionen vertriebenen Menschen, die während des Aufstieg des IS im Jahr 2014 geflohen sind, konnten im Januar 2018 rund 2,6 Millionen Vertriebene noch immer nicht in ihre Heimat zurückkehren (Quelle: UN OCHA).

Parallel zur kontinuierlichen Unterstützung für die Vertriebenen in den Nothilfecamps, beginnt nun der Wiederaufbau in vielen Städten und Dörfern des Landes. Mission East wird die Menschen bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat unterstützen, beispielsweise durch den Wiederaufbau von Lebensgrundlagen, Infrastruktur und sozialen Dienstleistungseinrichtungen.

Mit diesem Projekt werden Menschen unterstützt, die nach dem Sieg über den Islamischen Staat (IS) nun wieder in ihre Heimat zurückkehren. Ebenso erhalten auch diejenigen Hilfe, die aufgrund von bestehenden Sicherheitsrisiken in einigen Teilen des Landes noch in den Notunterkünften verbleiben müssen.

Ziel des durch das deutsche Auswärtige Amt geförderten Projekts ist es rechtzeitige Soforthilfemaßnahmen für Rückkehrer und Vertriebene in den Bereichen „Unterkunft und NFI (Non-Food Items)“, „Schutz“ und „Hygiene“ in den Gouvernements Ninewa und Kirkuk zu leisten. 

Im Rahmen des Projektes werden lebensnotwendige Güter wie Kerosin und Hygieneartikel an Rückkehrer und Einwohner der Nothilfecamps in Kirkuk verteilt.

Darüber hinaus finden Verteilungen von Bargeld und Guthabenkarten an Rückkehrer in Mossul statt. Zum einen sollen damit Reparaturarbeiten und kleinere Wiederaufbaumaßnahmen an den Häusern der Rückkehrer umgesetzt werden. Zum anderen sollen besonders verwundbare Rückkehrer-Familien durch Bargeldzuschüsse selbst darüber entscheiden können, welche grundlegenden Güter sie für den Neustart in Mossul benötigen.

Schließlich wird die Stabilität und der soziale Zusammenhalt in den Zielgemeinden durch sichere Lern- und Erholungsmöglichkeiten sowie psychosoziale Unterstützung für Kinder und Jugendliche gestärkt. Mission East betreibt Kinder- und Jugendfreundliche Räume sowohl in den Nothilfecamps als auch außerhalb. In diesen Zentren können Kinder in Sicherheit spielen und lernen und erhalten psychosoziale Unterstützung zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse. Zusätzlich werden im Rahmen des Projekts sogenannte Family Protection Units „Familienschutzeinheiten“ errichtet. Sie werden aktiv, wenn bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen soziale Notfälle erkennbar sind, die eine individuelle Betreuung brauchen. Die Mitarbeiter in den Kinder– und Jugendzentren sind in der Lage kritische Fälle zu identifizieren und wenn nötig an zuständige Behörden und andere Anlaufpunkte weiterzuvermitteln, so dass in dringenden sozialen Notlagen schnell und effizient weitergeholfen werden kann. 

Projektziel: Unterstützung der Grundbedürfnisse, der psychosozialen Stabilisierung und der sozioökonomischen Erholung der Vertriebenen und Rückkehrer. Beitrag zur Verwirklichung des humanitären Hilfsplans für den Irak.

Projektwirkung: Unterstützung für über 8.000 Familien mit Non-Food-Artikeln wie Hygieneutensilien und Heizungen; Hilfe für 180 Rückkehrerfamilien bei der Verbesserung ihrer Unterkünfte; Bargeldzuschüsse für 690 Familien, 100 Personen profitierten von Cash-for-Work Aktivitäten; Teilnahme von 1.200 Kinder und 400 Jugendliche an regelmäßigen Aktivitäten in Gemeindezentren; Unterstützung und Fürsorge für 960 Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen; und Schulung für lokale Partner zu guten Qualitätsstandards.

Projektlaufzeit: September 2017 – Dezember 2018

Projektregionen: Ninewa Gouvernement – Mossul und Umgebung, Kirkuk Gouvernement 

Geber: Deutsches Auswärtiges Amt

Partner: EADE