Psychosoziale Hilfe im Irak.

Mit der Trauer leben

Im Sommer 2014 kam das Grauen über den Sinjar, als islamistische Fundamentalisten andersgläubige Menschen dort zu Tausenden ermordeten, misshandelten und verschleppten. Auch Hala und ihre Familie mussten fliehen, mit ihren 5 Kindern waren sie jahrelang auf der Flucht. Und dann wurden drei der Kinder krank. Eine Erbkrankheit, Thalassämie, holte sich ein Kind nach dem anderen. So unerträglich war die Trauer, dass die junge Mutter nicht mehr weiterleben wollte. Aber dann erkrankte noch ein Kind, wieder Thalassämie, und sie entschied sich zu bleiben und um das Leben ihres Kindes zu kämpfen. Sie hatte schon viel von den Gemeinschaftszentren von Mission East gehört und dass einem dort geholfen werde. Die Mitarbeiterinnen des Gemeinschaftszentrums handelten sofort und verhalfen der Tochter zu einem Platz in einer Klinik. Dank der frühzeitigen Behandlung ist die Prognose gut. Hala wurde auch in ihrer Trauer um die verstorbenen Kinder von Mission East begleitet. In Trauerzirkeln und persönlichen Gesprächen mit Psychotherapeuten lernte sie, mit der Trauer und den Traumata der Flucht umzugehen und das Leben wieder anzunehmen. Mittlerweile bietet sie selbst anderen Frauen in ähnlichen Situationen Hilfe an.

„Jetzt verstehe ich, dass das, was meinen Kindern zugestoßen ist, passiert ist, aber ich muss mit diesem Schmerz fertig werden und mich auf die Behandlung meiner anderen Tochter konzentrieren und für meine lebenden Kinder da sein. Die Mitarbeiert*innen im Gemeinschaftszentren, die Psychologin und auch die anderen Frauen, die ich hier treffe, haben mir gezeigt, dass wir nicht aufgeben dürfen, dass wir weiter kämpfen müssen, für das Leben, für unsere Kinder. Ich habe wieder Hoffnung, wieder Mut und Zuversicht und weiß, dass ich Hilfe bekomme, wenn ich wieder kein Licht sehe.“

 

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