Corona-Hilfe Nepal | Mission East Germany

Corona-Hilfe Nepal

 

"Wir haben eine derartige Situation noch nie erlebt. Wir hatten 2015 Erdbeben, von denen jedoch nur bestimmte Gebiete betroffen waren. Diesmal leidet das ganze Land. Die Leute haben große Angst vor COVID-19." erzählt Ujjwal Amatya der Landesdirektor von Mission East Nepal.

"Viele Menschen können sich nicht mehr ernähren und müssen 10-12 Tage auf die nächsten Lebensmittel warten. Das Gesundheitswesen ist vollkommen überlastet. Die Kinder können nicht mehr die Schule besuchen und Homeschooling kann fast niemand machen. Dies wird sich auch auf die Zukunft auswirken. Es ist eine große Katastrophe. Es ist schlimmer als das Erdbeben."

Nepal verhängte wie viele andere Länder den Lockdown und Menschen, die bereits vor der Krise in Armut lebten konnten kein Einkommen mehr generieren.

"Sehr viele Nepales*innen arbeiten in Indien, den Golfstaaten und anderen Ländern. Indien hat die Grenze geschlossen und der größte Teil unserer Lebensmittel stammt derzeit von dort. In Kathmandu gibt es nicht genug Lebensmittel und die Preise sind stark gestiegen. Die Menschen wissen nicht mehr, was sie essen sollen!“

"In den Dörfern herrscht große Angst", fährt Ujjwal Amatya fort. "Die Fahrer haben Angst mit Lastwagen in die großen Städte zu fahren, um Essen abzuholen. Wenn es keinen Transport gibt, müssen die Menschen 10 bis 12 Tage lang ohne Lieferungen aus den Städten leben und sie bekommen fast nichts zu essen."

"Die ersten Wochen verliefen noch gut, aber jetzt sind immer mehr Menschen arbeitslos. Wenn die nepalesischen Arbeiter*innen aus Indien zurückkehren, müssen sie 14 Tage lang in Quarantäne und wenn Sie die Quarantänebedingungen sehen ... Oh, die Situation ist wirklich schlecht! Es gibt keine Hygieneartikel oder ordentliche Toiletten."

Das Gesundheitswesen in Nepal steckt in einer Krise:

„Die öffentlichen Krankenhäuser verfügen nicht über genügend Ausrüstung für Tests und Behandlungen. Und die Privatkliniken nehmen überhaupt keine Patienten mit COVID-19 auf. Deshalb unterstützen wir insgesamt 21 Gesundheitszentren in der abgelegenen Karnaliregion und versorgen sie mit Masken, Desinfektionsmittel, Handschuhen und Seife."

"Die Hygienebedingungen in den ländlichen Gebieten Nepals sind katastrophal. Deshalb versuchen wir, das Bewusstsein für Hygiene zu schärfen und Seife und Desinfektionsmittel an Haushalte zu verteilen."

"Es war nicht einfach unter den vorherrschenden Bedingungen den Transport unserer Hilfspakete zu organisieren. Die Fahrer können beispielsweise unterwegs nicht essen, weil alle Imbisse auf der Straße geschlossen sind. Glücklicherweise haben wir ein Transportunternehmen gefunden, das uns hilft und alle unsere Pakete ins Feld bringt."

Wenn wir Dörfer beliefern, die nur über schmale Bergwege erreichbar sind, erfolgt der Transport auf Eseln oder mit dem Flugzeug. "Es gab zwar ein Flugverbot, aber zum Glück haben wir eine Fluggenehmigung bekommen, damit wir Hygieneartikel in die Berge bringen können. Wir nutzen unser Netzwerk so gut wir können", lächelt Ujjwal Amatya.

Doch die Aussichten sind düster. Wie wird sich die Corona-Infektion entwickeln? Wie viele werden noch in Zukunft unter Nahrungsmittelknappheit leiden?

"Die Krise fängt gerade erst an und wir wissen nicht, was mit einem armen Land wie Nepal passieren wird", seufzt er.

Mission East arbeitet insbesondere in der verarmten und abgelegenen Provinz Karnali im Nordwesten Nepals. Aufgrund der begrenzten Ressourcen sind zwei Distrikte besonders betroffen: Humla und Kalikot. Hier erhält die Bevölkerung Informationen und Hilfspakete mit Seifen- und Hygieneartikeln und Lebensmitteln. 6.416 Familien mit 38.496 Personen wurden bereits erreicht. Mission East unterstützt außerdem 21 Gesundheitsartikel mit Masken, Handabdrücken, Handschuhen und Seife.