Die Folgen sind jetzt schon zu spüren | Mission East Germany

Die Folgen sind jetzt schon zu spüren

 

23.09.2019

Am Montag haben sich die Staats- und Regierungschefs der Welt zum UN-Klimagipfel getroffen, in Deutschland tagte das Klimakabinett. Ein Bericht nach dem anderen sagt eine Krise voraus, wenn die wohlhabenden Industriestatten nicht konsequent handeln und investieren, um die CO2-Emissionen zu senken.

In Nordkorea ist der Klimawandel konkret zu spüren. Der Taifun Lingling hat im letzten Jahr mit der Dürre die wichtige Maisernte massiv beschädigt, die Frühjahrsernte diesen Jahres ist aufgrund von ausbleibenden Niederschlägen viel zu gering ausgefallen und Experten vermuten, dass auch diese Herbsternte, insbesondere durch den Taifun vom 7. September nicht viel hergibt.

„Ich habe überall beschädigte Getreidefelder gesehen. Es sah aus, als sei das meiste zerstört worden“, erzählt Kim Hartzner kurz nach seiner Reise nach Nordkorea. Er nennt die Situation „Katastrophe über Katastrophe über Katastrophe":

„Dürren oder Überschwemmungen treten fast jedes Jahr auf. Wiederholte Katastrophen plagen das Land und führen zu Ausnahmesituationen. Laut der UN sind heute 11 Millionen Nordkoreaner chronisch unterernährt.“

Mission East hat bereits 2012 mit Vitaminen, Mineralien und Proteinen für 50.000 Kinder interveniert und unterstützt die Nordkoreaner*innen auch in dieser Krise mit Nahrungsmittelsoforthilfe, denn die Situation ist ernst:

Von Januar bis Juli 2019 wurden die Lebensmittelrationen auf die Hälfte reduziert. In Kindergärten erhielten Kinder nur noch 200 - 100 Gramm Nahrung pro Tag. Weniger als eine Halbe Schüssel Reis. 

Jo Song Sim, Leiterin einer Schuler in der Gemeinde Unsan berichtet:

„Der Mangel von Nährstoffen und Proteinen führt bei den Kindern zu einem geschwächten Immunsystem. Sie sind anfällig für Durchfallerkrankungen, Lungenentzündung und Erkältung. Die Kinder in unserer Schule haben abgenommen, sind nicht mehr gewachsen, ihre Haare sind ausgefallen. Mit der Lebensmittelverteilung von Mission East konnten die Kinder nach und nach zu Kräften kommen. Nun gehen die meisten wieder in der Schule, nehmen zu, sind aufmerksamer und haben wieder Energie zum Spielen und Toben.“ 

Mission East hat als eine von sechs Hilfsorganisationen in diesem Jahr ein Büro in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang eröffnet. So können wir Entwicklungen genau verfolgen, schnell auf Bedürfnisse reagieren, Projekte kontinuierlich begleiten und die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und internationalen Akteuren vertiefen. 

Hier finden Sie weitere Informationen zu unserer Nahrungsmittelsoforthilfe.