Drohende Hungersnot in Nordkorea

 

Ein halbes Jahr nachdem unser Gründer Dr. Kim Hartzner nach einer Projektreise im August 2018 vor einer drohenden Hungersnot in Nordkorea warnte, spricht nun auch die nordkoreanische Regierung von Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung (Stand: 22. Februar 2019). Laut einem UN-Bericht fehlen 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel. Kim Hartzner traf im August Landwirte, die ihm ihre Maisfelder zeigten, Maiskolben, die durch die anhaltenden Hitzewellen nur 10 Prozent der normalen Größe erreichten, Felder, die zum Großteil vertrocknet sind. Auch die Ernte von Reis und Sojabohnen wurde durch die Hitze und die Flut im August stark beschädigt. Es war die schlechteste Ernte seit sieben Jahren, in einem Land, in dem 40 Prozent der Bevölkerung bereits chronisch unterernährt sind.

Kim Hartzner befürchtet eine Wiederholung der Situation 2011/12, bei der tausende Kinder an Hunger gestorben sind und macht deutlich, dass es keinen Unterschied macht, ob Menschen in einem Staat wie Nordkorea oder irgendwo anders Hunger leiden müssen. Er appelliert an die Öffentlichkeit vielmehr auf die Menschen zu schauen, als auf die Politik. Aufgrund der politischen Lage ist es nämlich für Hilfsorganisationen nicht einfach den Menschen in Nordkorea zu helfen. Die Spendenbereitschaft ist gering, die Skepsis gegenüber dem isolierten Land ist groß, das Leid wird oft versteckt und nur wenige kommen ins Land und können von dort berichten. Auch das tatsächliche Ausmaß der Missernte ist nur sehr schwer einzuschätzen. Seit dem 22. Februar 2019 hat die Regierung die Essensrationen auf die Hälfte reduziert. Üblicherweise erhält ein Erwachsener in Nordkorea täglich eine Ration von 585 Gramm Reis. Jetzt sind es nur noch 300 Gramm. Bis zur nächsten Ernte dauert es aber noch 5 Monate, die Menschen sind auf ausländische Hilfe angewiesen. Vor einer Woche hat sich die Regierung an die UN gewendet, die nun so schnell wie möglich auf diese Situation reagieren will. Auch wir haben bereits Maßnahmen eingeleitet, um den Menschen schnell und effektiv helfen zu können. Mission East ist eine der wenigen NGO´s, die Zugang in das Land haben und konnte in acht Jahren viel Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und dem Durchführen von Nothilfeprojekten unter schwierigsten Bedingungen sammeln. Hier erfahren Sie mehr zu unserer Arbeit und der aktuellen Situation in Nordkorea.