Durst | Mission East Germany

Durst

Stellt euch vor ihr habt Durst. Richtig Durst. Es ist heiß. Kaum ein Wind geht. Das einzige Wasser ist das aus dem Flussbett. Eine Stunde Fußmarsch entfernt. Doch das Wasser ist kontaminiert, verschmutzt und voller Bakterien. Ihr kennt viele, die dadurch krank geworden und gestorben sind. Doch es bleibt euch nichts anderes übrig. Ihr müsst das Risiko eingehen.

Was für uns in Deutschland kaum vorstellbar ist, ist für viele Menschen im Nordosten Afghanistans Realität. Deshalb unterstützt Mission East die Provinz Badakshan seit Jahren mit Wasserprojekten. Durch die Projekte wird der Zugang zu sauberem Trinkwasser verbessert. Bereits vorhandene Trinkwassersysteme werden repariert, Toiletten gebaut und Hygieneschulungen durchgeführt. Außerdem werden die Menschen darin geschult, wie Wasserreservoirs gereinigt und Rohrleitungen gewartet werden. Die Verantwortung für die Instandhaltung der Wassersysteme wird an lokale Komitees mit jeweils 10 Personen übertragen, wobei in jedem Komitee mindestens zwei Frauen oder Menschen mit Behinderungen vertreten sind.
Shirin Khan ist Teil eines lokalen Wasserkomitees und erzählt, wie das Projekt das Leben in seinem Dorf verändert hat: 

„Ich lebe in Guldara, einem kleinen Bergdorf im Nordosten Afghanistans. Das Wasserprojekt von Mission East hat uns aus großer Not gerettet. Vor einem Jahr sorgten tagelange Regenfälle dafür, dass der Fluss, der uns bis dahin mit Wasser versorgte mit Felsbrocken und Schlamm blockiert wurde.  44 Familien in unserem Dorf hatten plötzlich keinen Zugang mehr zu sauberem Trinkwasser. Dann hörte es auf zu regnen. Die Quelle, die das letzte saubere Wasser lieferte, versiegte. Uns blieb nichts anderes übrig, als das verschmutzte Wasser aus dem schlammigen Flussbett zu trinken. Es war eigentlich mehr Schlamm als Wasser. Viele unserer Kinder wurden krank. Wir mussten viel Geld für Medikamente ausgeben. Manchmal hatten wir auch keine Medikamente. Es war eine schwierige Zeit für unser Dorf. Mit den neuen Wasserleitungen, die Mission East gebaut hat, haben wir nun alle einen Zugang zu Wasser. Die Hälfte der Dorfbewohner*innen lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Lebensbedingungen der Familien haben sich mit der Wasserversorgung erheblich verbessert und wo vorher ein Drittel der Kinder zuvor erkrankt war, sind es nur noch acht Prozent.“