Eine Mutter von Zwillingen mit Behinderungen erzählt | Mission East Germany

Eine Mutter von Zwillingen mit Behinderungen erzählt

 

Die beiden Töchter von Manzura sitzen in ihren Rollstühlen und beobachten aufmerksam und fröhlich den Trubel um sie herum. Die Zwillinge sind mit Hirnschäden zur Welt gekommen und haben seitdem eine Behinderung. Anfangs war dies nicht einfach für die Familie. 
„Ohne Mission East hätte ich das Leben meiner Mädchen nicht retten können. Jetzt kann ich gegen die Stigmatisierung in der Gesellschaft aufstehen und zeigen, dass Kinder mit Behinderungen nicht nur ihre Behinderungen sind, sondern Menschen, die genau wie wir Freude am Leben haben, sich manchmal ärgern und genauso viel Aufmerksamkeit und Zuwendung benötigen wie alle anderen Kinder.“ sagt Manzura, die Mutter der Zwillinge Mehranges und Farangis.

Schwierige Anfangszeit 
Mission East lernte die Zwillinge im tadschikischen Dorf Kamar kennen. Mehranges und Farangis wurde Infantile Zerebralparese (CP) diagnostiziert, die auch als zerebrale Kinderlähmung bekannt ist. Infantile Zerebralparese geht mit bleibenden Bewegungsbehinderungen unterschiedlichen Ausmaßes und Schweregrades einher. Fast immer ist der ganze Körper von der Bewegungsstörung betroffen, manchmal vorwiegend beide Beine oder eine Körperseite, seltener nur ein Arm oder ein Bein. In schweren Fällen sind das Stehen und Gehen, ja oft schon das Sitzen und / oder der Gebrauch der Hände stark erschwert oder gar nicht möglich.

Als wir den Zwillingen das erste Mal begegneten, konnten sie nicht ihren Kopf halten, aufrecht sitzen oder ihre Hände benutzen. Manzura erzählte, dass ihre Töchter stets weinen mussten und dass sie nicht wusste, was sie tun sollte und wie sie Hilfe bekommen könnte. Sie war mit den beiden Mädchen bei einem traditionellen Heiler, doch es half nicht. Manzura wusste nicht mehr wohin, die Stigmatisierung durch die Gesellschaft und das Leiden der Kinder setzten ihr stark zu.
Die Mitarbeiter*innen von Mission East erkannten, dass den Zwillingen mit einer dauerhaften Therapie und einer behindertengerechten Ausstattung wie einem Rollstuhl und angepassten Gebrauchsgegenständen geholfen werden kann. Zusammen mit Mission East beantragten die Eltern offizielle Papiere, mit denen die Kinder registriert werden können, damit sie an den staatlichen Angeboten für Kinder mit Behinderungen teilnehmen konnten. Sie lernten auch, wie sie die Kinder in ihrer Therapie unterstützen können, um die Übungen auch Zuhause durchzuführen.

Lächeln und Optimismus
Heute sind die beiden Mädchen sechs Jahre alt und viel aktiver und fröhlicher als beim ersten Besuch. Sie sind in der Lage, ihren Kopf ohne Unterstützung für längere Zeiträume aufrecht zu halten, sie weinen viel weniger und wenn sie ihre Namen hören, wenden sie sich den Redner*innen zu, lächeln und antworten mit einem Geräusch.

„Wir freuen uns sehr, dass eine so starke Organisation wie Mission East in unserem Dorf arbeitet und sich um uns arme Leute kümmert. Ich freue mich das Lächeln meiner Kinder zu sehen. Sie sind glücklich und ich bin sicher, dass meine Mädchen ein Teil unserer Gemeinschaft sein werden “, sagt Manzura, die auch Mutter von zwei Jungen und einem weiteren Mädchen ist.

Mittlerweile leitet Manzura in ihrem Dorf eine Selbsthilfegruppe für Eltern von Kindern mit Behinderungen. Hier erzählt sie die Geschichte der Zwillinge und ermöglicht anderen Eltern, die Lebensqualität ihrer Kinder zu verbessern und offen mit dem Thema umzugehen.