Gute Latrinen für Gesundheit und Würde

Vor fünf Jahren flohen Tausende Jesiden vor dem so genannte Islamischen Staat auf den Sinjar-Berg. Über 12.500 Jesiden leben seit dem in Notunterkünften auf dem Berg und können auf Grund der Sicherheitslage noch immer nicht in ihre Heimat zurückkehren. Die vertriebene Bevölkerung ist völlig auf Hilfe von außen angewiesen, da fast alle Familien während des Konfliktes ihren Arbeitsplatz und ihre Einkommensquellen verloren haben und sie bei der Flucht nur das nötigste mitnehmen konnten. Durch diese Abhängigkeit und der schwierigen geographischen Lage und der instabilien Sicherheitssituation, kommt es häufiger zu Engpässen in der Versorgung. Laut UNICEF haben zurzeit 80 Prozent der Familien (1.800 Familien) keinen Zugang zu Latrinen und viele Zelte sind mittlerweile nicht mehr funktionstüchtig. 
Daher brauchen viele Familien dringend neue Zelte, um sich vor dem extremen Wetter am Berg zu schützen. Doch vor allem der Mangel an Latrinen stellt eine große Bedrohung dar, da sich dadurch sehr schnell sehr gefährliche Krankheiten ausbreiten können, die unter den aktuellen Bedingungen lebensbedrohlich sein können. Gut ausgebaute Latrinen schützen Oberflächenwasser, Grundwasser und Boden. Wer am Berg lebt, nutzt täglich Grund- und Oberflächenwasser zum Trinken, zum Waschen und um das angebaute Obst und Gemüse zu gießen. Mittlerweile ist Mission East eine der wenigen Organisationen, die in dem Gebiet noch aktiv ist und da wir in den vergangenden Jahren umfangreiche Erfahrung in dem Bereich WASH und Shelter gesammelt haben und seit vielen Jahren im Irak und speziell in dem von Konflikten geprägten und schwer zugänglichen Gebiet um den Sinja-Berg aktiv sind, können wir Zelte und Notfall-Latrinen zur Verfügung stellen und damit 5.000 Menschen unterstützen. Diese Latrinen werden nach den sogenannten Sphere-Standards, die eine gute Qualität gewährleisten und die den extremen Bedingungen auf dem Berg standhalten, errichtet. Durch die Installation neuer Latrinen kann die Krankheitsrate insbesondere bei Kindern verringert werden und Familien können ihr begrenztes Einkommen für Lebensmittel und Kleidung ausgeben, anstatt es für Medikamente und Behandlungen zu verwenden. Außerdem können die Kinder wieder an den Schulen teilnehmen und ein normales Leben führen.
Morad Kaka, eine der Jesiden, die auf dem Berg lebt, erzählt:
"Wir haben keine richtigen Latrinen und manche unserer Zelte sind nicht mehr zum Leben geeignet. Aber wir können die Situation selber nicht ändern. Dabei ist sie lebensbedrohlich, aber weder die Regierung noch die lokalen Organisationen tun etwas, um uns zu helfen. Die schlechten Bedingungen verursachen die Ausbreitung schwerer Krankheiten unter unseren Kindern und der Bevölkerung. Mit den neuen Latrinen und Zelten, die wir von Mission East erhalten, können wir hier auf dem Sinjar-Berg viele Leben retten. Unsere Kinder werden in Sicherheit sein und ihr Leben wieder genießen können. Diese Unterstützung wird einen großen Unterschied in unserem Leben bewirken. “