Was uns die Covid 19 Krise lehrt: Hygiene muss erstklassig sein! | Mission East Germany

Was uns die Covid 19 Krise lehrt: Hygiene muss erstklassig sein!

Von Dr. med. Kim Hartzner
Blog. So ernst die Corona-Epidemie auch sein mag, sie hat ein Gutes bewirkt: Wir sind uns der Bedeutung angemessener Wasserqualität, Sanitäranlagen und guter Hygienegewohnheiten bewusst geworden.

Die Corona-Epidemie im eigenen Land zu erfahren bietet eine neue unbestreitbare Perspektive auf die Hilfsmaßnahmen in der gesamten Welt. Plötzlich erkennen wir, wie schnell sich eine Krankheit ausbreiten kann und was eine gute Hygiene für unsere Gesundheit und die Gesellschaft bedeutet.

Eigentlich wussten wir das ja schon. Aber jetzt sollten wir es verinnerlicht haben. Wir müssen Abstand halten, Händeschütteln vermeiden und dürfen uns nicht einmal mehr umarmen oder berühren. Sauberes Wasser, Seife und Desinfektionsmittel sind zu einer unumgänglichen Notwendigkeit des Lebens geworden und stehen ganz oben auf der Tagesordnung. Besonders damit wir die schutzbedürftigen, alten, kranken und schwachen Menschen in unserer Gesellschaft schützen können. 

Sauberes Wasser ist ein Muss

Diese Art des Denkens gilt auch für die Arbeit mit bedürftigen Menschen in Kriegs- und Katastrophengebieten. Auch hier steht Hygiene an erster Stelle – nach Decken, Wasser und Essen.

Denn wenn die Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser hat, bleibt ihr keine andere Wahl als Abwasser zu trinken, das durch die Ausscheidungen von Tieren und Menschen kontaminiert ist. Das schmutzige Wasser verursacht Magenschmerzen, Durchfall und Cholera – es kann uns mit Krankheiten anstecken, die wir uns gar nicht vorstellen können.

Ich bin stolz darauf, dass Mission East in Ländern wie Tadschikistan, Afghanistan und Nepal den Bau von Wasserleitungen ermöglicht, die sauberes Trinkwasser aus frischen Quellen direkt zu den Wasserstellen der Dörfer leiten.

Angemessene Sanitäranlagen

Zu Hygiene gehören auch angemessene Sanitäranlagen. Das bedeutet zum Beispiel, getrennte Toiletten für Männer und Frauen, die abgeschlossen werden können, um Missbrauch und Übergriffe zu vermeiden. Richtige Toiletten brauchen Zisternen, die das Abwasser speichern können, damit es nicht ins Grundwasser gelangt und Wasserläufe verunreinigt. Der Bau von Toiletten ist daher ein wichtiger Teil unserer Arbeit.

Wasserversorgung und Toiletten sind für die meisten von uns eine Selbstverständlichkeit, über die wir kaum nachdenken. Wir haben die Möglichkeit uns die Zähne zu putzen, die Hände zu waschen, Geschirr zu spülen und regelmäßig zu putzen, so dass sich Bakterien nicht entwickeln oder ausbreiten können. In der derzeitigen Krise erkennen wir, welche schwerwiegenden Folgen es für den Einzelnen und die Gesellschaft haben kann, wenn diese Möglichkeiten nicht gegeben sind.

Nicht attraktiv, aber absolut notwendig

Mission East arbeitet mit mehreren Hilfsorganisationen zusammen, die in Flüchtlingslagern und anderen Gebieten, in denen sich Flüchtlinge und Vertriebene aufhalten, tätig sind. Um Hilfe effizient zu gestalten, spezialisiert sich jede Organisation auf einen Bereich der Soforthilfe. Mission East legt in der Regel den Fokus auf „Non-Food-Artikel“, also Artikel, bei denen es sich nicht um Lebensmittel handelt. Wir stellen Seife, Waschpulver, Zahnpasta, Zahnbürsten, Tassen, Krüge, Wannen, Töpfe, Pfannen und vieles mehr zur Verfügung. Das war unsere Mission während der Erdbeben in Nepal im Jahr 2015, im Irak und nun im Libanon, wo 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge unter entsetzlichen Bedingungen leben.

Dem ein oder anderem erscheint es vielleicht nicht so wichtig Zahnbürsten und Tassen zu verteilen. Viele halten die Verteilung von Lebensmittelpaketen in akuten Krisensituationen für wichtiger. Und es stimmt, Nahrung ist absolut wichtig! Aber: Wenn wir nicht gesund leben können, nützt uns Essen auch nicht mehr.

Wenn wir uns dessen bisher noch nicht bewusst waren, haben wir es nun ernsthaft begriffen. Wir müssen eine gute Hygiene aufrechterhalten und stehen unseren Mitmenschen gegenüber in einer Rechenschaftspflicht, damit wir nicht Gefahr laufen, die schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen zu infizieren. Das gilt sowohl für die eigene Gesellschaft als auch für andere!