Tadschikistan | Mission East Germany

Tadschikistan

Mission East arbeitet seit 1997 in Tadschikistan. Mit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 erklärte das kleinste Land Zentralasiens seine Unabhängigkeit. Daraufhin stürzte ein anschließend beginnender, fünf Jahre währender Bürgerkrieg das Land in eine tiefe politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise. Im Jahr 1997 schlossen die ex-kommunistische Regierung und die islamischen und nationaldemokratischen Oppositionsparteien Frieden. Dennoch sind die Probleme immer noch groß. 
Tadschikistan ist das ärmste Land unter allen ehemaligen Sowjetstaaten, da es weder über Öl- noch über Gasvorkommen verfügt und über neunzig Prozent des Landes aus Bergen besteht. Nur sieben Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar. Die Armut konnte zwar in den vergangenen Jahrzehnten um 50 % deutlich reduziert werden, doch leben noch immer mehr als 30 % der tadschikischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. 

Mission East arbeitet in Tadschikistan in einigen der entlegensten Provinzen - den Provinzen Gorno-Badakhshan, Khatlon und Sughd. Dort unterstützen wir Gemeinden darin, ein besseres Leben aufzubauen und ihre Rechte gegenüber Regierungen und internationalen Gebern einzufordern. Unsere Arbeit hat in vielen ländlichen Gebieten bereits zu einer langfristigen Verbesserung des Lebensstandards geführt. So haben lokale Gemeinden einen Rückgang der durch Wasser übertragbaren Krankheiten erlebt und Bergdörfer sind im Umgang mit Naturkatastrophen geschult und vorbereitet worden.
 
Mission East spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Inklusion der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen: Gemeinsam mit tadschikischen Organisationen führen wir Projekte zur Rehabilitation für Menschen mit Behinderungen durch und helfen ihnen und ihren Familien, sich für ihre Rechte einzusetzen. Kinder mit Behinderungen erhalten Zugang zu lokalen Zentren, in denen sie an Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie und Sprachtherapie teilnehmen können. Außerdem bekommen sie dort Hilfsmittel wie Rollstühle oder Gehhilfen. 
Neben diesen Zentren organisieren wir außerdem kostenlose Rechtshilfe für Mädchen und Frauen, um Zugang zu Land und Eigentum zu erhalten, auf das sie Anspruch haben.

Unser Engagement in Tadschikistan begann unmittelbar nach dem Friedensabkommen im Juni 1997, als wir vor allem Nahrungsmittelnothilfe leisteten. Im Laufe der Jahre haben wir uns langfristigere Ziele gesetzt, um dauerhafte positive Veränderungen im Land zu fördern. Seitdem arbeiten wir unermüdlich daran, sektorales Fachwissen in den Bereichen WASH, Katastrophenvorsorge und Inklusion aufzubauen. Neben diesen Schwerpunkten fördert Mission East auch den Kapazitätsaufbau unserer tadschikischen Partnerorganisationen, um ein langfristiges Dienstleistungsangebot etablieren zu können.

Inklusionsprojekte

Inklusion in Tadschikistan

Die Situation für Menschen mit Behinderung in Tadschikistan ist nicht einfach. Sie werden stigmatisiert, diskriminiert und zu einem großen Teil von der Zivilgesellschaft ausgegrenzt. So erhält von den rund 24.500 Kindern mit Behinderungen derzeit nur jedes fünfte Kind eine angemessene Betreuung, da sich die Dienstleistungen hauptsächlich auf medizinische Maßnahmen konzentrieren und nicht auf Rehabilitationsmaßnahmen.