Afghanistan: Es geht weiter | Mission East Germany

Afghanistan: Es geht weiter

2018 wurde Afghanistan von einer verheerenden Dürre getroffen, die innerhalb weniger Monate die gesamte Lebensgrundlage für große Teile von Bevölkerung bedrohte.

Hunger droht Herrn Sangi-Bay und seiner Familie, seit der Dürre in Afghanistan im Sommer 2018. Mit der Hilfe von Mission East konnte er noch seine Kühe und Ziegen behalten.

„Im Frühjahr 2018 habe ich 210 kg Weizen gesät und hoffte auf eine gute Ernte. Doch es kam kein Regen, monatelang. Die Sonne wurde stärker und stärker, meine Aussaat begann zu welken und zu sterben und meine Hoffnung mit ihr."

Diese starken Worte stammen von dem 70 Jahre alten Herrn Sangi-Bay, der mit seiner Frau und seinen fünf Kinder in einem kleinen Dorf im nordöstlichen Afghanistan lebt. 2018 wurde diese Gegend von einer verheerenden Dürre getroffen, die innerhalb weniger Monate die gesamte Lebensgrundlage für große Teile von Bevölkerung bedrohte.

Herr Sangi-Bay und seine Familie leben von Viehzucht und Ackerbau. Normalerweise ernten sie 1.050 kg Weizen in einer Saison. Einen Teil dieser Ernte können sie selbst essen den anderen Teil verwenden sie als Tierfutter. Diesen Sommer konnten sie jedoch nur knapp die Hälfte des normalen Ertrags ernten.

„Ich musste fünf Ziegen verkaufen, um meine Familie ernähren zu können und um die anderen Tiere zu füttern, an vielen Tagen leben wir nur von Brot und Tee. Beim Trinkwasser hatten wir Glück. In vielen anderen Gegenden gibt es kaum trinkbares Wasser, auch ich kann mich an frühere Zeiten von Wassermangel erinnern, aber dieses Jahr haben wir immerhin dabei Glück. Trotzdem müssen meine Kinder mehr als eine Stunde laufen, um an sauberes Wasser zu kommen, denn hier gibt es nur verschmutztes Wasser und unsere Gesundheit geht allem voran. Doch die Nahrungssituation war so schwierig, dass Herr Sangi-Bay erwog, alle seine Tiere zu verkaufen: „Als Vater bin ich dafür verantwortlich, meine Kinder zu ernähren und dafür zu sorgen, dass sie für den Winter warme Kleidung haben. Aber wie? Tagelang zerbrach ich mir den Kopf, da habe ich gehört, dass Mission East Tierfutter für kleine Farmen wie unsere verteilt. Es gab mir neuen Mut und tatsächlich bekam ich ein paar Tage später das Tierfutter und meine Tiere wurden sogar gegen Infektionskrankheiten geimpft. Alle meine sieben Ziegen und meine Färse konnten aufgrund der Impfungen gesund bleiben und sind jetzt sogar schwanger. Wenn alles klappt, habe ich in wenigen Monaten 14 Ziegen und zwei Rinder, trotzdem ist unsere Situation immer noch schwierig. Ich habe kein Mehl auf Lager, welches ich verkaufen kann, ich habe kein Geld sparen können. Eine Dürre wird in den Nachrichten einfach erwähnt, aber ich möchte der Außenwelt sagen, dass wir Hilfe brauchen, um mit dieser Dürren fertig zu werden.“