Das Wasser hat uns Hoffnung gebracht | Mission East Germany

Das Wasser hat uns Hoffnung gebracht

Die Gemeinde Palanta ist eine der abgelegensten Gebiete im Kalikot Distrikt. Hier liegt das Dorf Khada, fünf Gehstunden entfernt von der nächsten Straße. Das Leben in Khada ist nicht einfach und die Menschen stehen vielen Herausforderungen gegenüber: Feuerholz ist rar und es müssen in der kargen Gegend immer weitere Strecken zurückgelegt werden um Holz zu finden. Es fehlt an Transportmitteln und einer ausgebauten Infrastruktur und der Zugang zu Wasser ist nur sehr begrenzt. Mukti Neupane ist eine der Bewohner*innen von Khada. Sie ist 43 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann, ihren sechs Kindern und ihrer Schwiegertochter in einem kleinen Haus. Eine so große Familie zu ernähren ist nicht einfach, da die Lebensmittel, die die Familie anbaut oft nur für 6 Monate reicht. Um für die restlichen 6 Monate ebenfalls ein Einkommen zu generieren, muss Mukti in einem Nachbardorf und ihr Mann in Indien eine bezahlte Arbeit finden.

Das bedrohlichste Problem für Khada ist aber die Wassersituation. Es fehlt an trinkbarem, sauberem Wasser, sowie an Wasser für die tägliche Hygiene. Gerade für eine große Familie wie die von Mukti Neupane ist mangelndes Wasser ein großes Problem und spiegelt sich in der Hygiene und Sanitärsituation der Familie wider. Das Wasser, auf welches sie Zugriff hatten, war außerdem kontaminiert und gesundheitsschädlich.

Neben den alltäglichen Schwierigkeiten, denen die Familie entgegenblickt, hat ein Brand, der am 24.12.2018 im unteren Teil des Dorfes ausgebrochen ist, neben 31 anderen Häusern auch ihr Haus, den dazu gehörigen Tierstall und ihr gesamtes Hab und Gut zerstört. Das Einzige, was ihnen geblieben sind, sind ihre Rinder, die zum Glück überlebt haben.

„Als das Feuer ausbrach war es mitten in der Nacht. Wir wurden von den Rufen unserer Nachbarn geweckt und sahen die Flammen. So schnell wie möglich nahmen wir uns die Kinder und verließen das Haus, ohne Zeit zu haben, irgendwas mitzunehmen. Wir konnten nichts retten, außer dem, was wir noch anhatten und das wichtigste, nämlich unser Leben. Von nun an wurden die Probleme, die wir ohnehin schon hatten immer größer: Der Zugang zu Wasser, der stets limitiert war, wurde schlechter, da die Wasserversorgungsanlage vom Brand beschädigt wurde. Wir mussten stundenlang für Wasser anstehen und bekamen manchmal Wasser von der Schule.

Durch das Projekt von Mission East und KIRDARC ist unsere Situation viel besser geworden. Es wurden Wassertanks installiert und Hygieneschulungen durchgeführt. Unser Dorf hat insgesamt 4 Wassertanks und eine Wasserversorgungsanlage für die Schule bekommen und in den Hygieneschulungen haben wir gelernt, wie wir die Hygienesets und die Reinigungstabletten anwenden können und wie wir korrekt Hände waschen, Lebensmittel aufbewahren und unseren Müll entsorgen. Meine Familie wendet das gelernte jeden Tag an, wir kochen zusätzlich unser Wasser, um es sicher trinken zu können und planen gerade eine Toilette zu bauen, bis dahin benutzen wir aber noch die Toilette unserer Nachbarn. Außerdem hat jeder Haushalt 50 bis 55 Tausend Rupien erhalten und wir haben uns bereits an die lokale Regierung gewendet, um bald unser Haus wiederaufzubauen. Das Leben nach dem Brand ist immer noch nicht leicht, aber es geht voran, das Wasser hat uns Hoffnung gebracht!“