Hear my Voice! | Mission East Germany

Hear my Voice!

Santoshi lebt mit ihrem Sohn, ihren beiden Töchtern und ihrem Mann in Saya, einem kleinen Dorf im Nordwesten Nepals. Seit ihrer Geburt körperlich behindert, kann sie nur unter größten Anstrengungen und mithilfe eines Holzstocks laufen - in ihrem Bergdorf ein schwieriges Unterfangen. Die steilen und unbefestigten Straßen sind aber nicht die einzigen Hindernisse, die sie gezwungen haben, die meiste Zeit in ihrem Haus zu verbringen. In ihrer Gemeinde wurde sie von Freund*innen, Nachbar*innen und Bekannten wegen ihrer Behinderung ausgeschlossen, sie wurde von Gemeindetreffen- und diskussionen ausgegrenzt, durfte nicht an religiösen Ritualen teilnehmen. Santoshi´s Stimme wurde nie gehört, sie hatte nie einen Behindertenausweis und wurde nie über ihre Rechte informiert.

Im Mai 2019 lernten wir Santoshi kennen. Sie nahm sofort an unserem Inklusionsprojekt teil, erhielt einen Behindertenausweis und erfuhr alles über ihre Rechte. Hoch motiviert, auch anderen eingeschränkten Menschen in ihrer Gemeinde zu helfen, schloss sie sich einer Gruppe an, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderten einsetzt. Santoshi zeigte so viel Einsatz, dass sie als Vertreterin ihrer Gruppe gewählt wurde.

„Durch das Projekt von Mission East bin ich mir bewusst geworden, welche Rechte wir eigentlich besitzen und dass es vielmehr äußere Umstände waren, die mich eingeschränkt haben, als meine Behinderung selbst. Ich bin erst seit Mai Teil der Gruppe, habe aber in dieser kurzen Zeit viel gelernt: Ich weiß jetzt welche Kategorien/Typen von Behinderungen im Behindertenausweis aufgeführt werden, ich lernte das lokale Behindertenkoordinationskomitee und das Kartenbeschaffungsverfahren kennen und verstehe die Dienstleistungen verschiedener Sektoren.

Am meisten habe ich aber über mich selbst gelernt. Ich weiß jetzt, was ich für eine Behinderung habe und wie ich mit ihr umgehen kann. Wir haben eine Stimme und durch die Gruppe habe ich verstanden, dass auch meine Stimme gehört werden darf und gehört werden muss. Diese Erfahrung will ich mit so vielen anderen Menschen in meiner Situation teilen wie möglich und in Zukunft noch mehr Menschen in unserer Gemeinde erreichen!"