Inklusive Klassenräume für besseres Lernen | Mission East Germany

Inklusive Klassenräume für besseres Lernen

Bisher tragen in 12 Schulen inklusive Klassenräume für 1.260 Kinder zu einer umfassenden und integrativen Schulbildung bei; und das Konzept dieser Räume soll an immer mehr armenischen Schulen etabliert werden.
„Die Schüler*innen lernen hier mehr als gewöhnlich, sie gehen gerne zur Schule und bleiben nicht mehr freiwillig Zuhause“, erzählt ein Sozialarbeiter von den Modellklassenräumen, die Mission East eingerichtet hat und in denen Kinder mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen Kindern lernen können.
Klassenräume wie dieser im Bezirk Davtashen, ein Stadtteil der armenischen Hauptstadt Jerevan, dienen als Inspirations- und Lernzentren für Lehrer*innen aus dem ganzen Land. 
In normalen Schulen sind Regale, Schränke und Tafeln oft auf Erwachsene ausgelegt und Kinder können ohne Hilfe oft nicht eigenständig agieren. In den neuen Klassenzimmern sind jedoch alle Elemente - von den Tischen und Stühlen bis zu  Recycling Systemen - so konzipiert, dass die Kinder selbstständig Entscheidungen treffen und herausfinden können, wie die Elemente verwendet werden, anstatt dass es ihnen alles einfach erzählt wird.
Das Musterklassenzimmer inspiriert die Lehrer*innen, sich mit ihren Schüler*innen zu unterhalten und so den Unterricht auf die Einzelnen abzustimmen.
Jeden Morgen, wenn die Kinder den hellen Raum betreten, werden sie von den Comicfiguren an der bunten Wand begrüßt und von ihnen ermutigt aufeinander aufzupassen. Dann wird gespielt - aber nicht einfach irgendwie, sondern mit Lernspielen, die speziell entwickelt wurden, um die Lernziele durch unterhaltsame Unterrichtsaktivitäten zu erreichen.
Nach dem Spielen kümmern sich die Schüler*innen um den "Bokashi Bin", ein Recycling-System, das biologischen Abfall in Flüssigdünger umwandelt.
Schule kann auch Spaß machen
Die Zeichentrickfiguren an der Wand zeigen den Schüler*innen, dass niemand gleich ist und helfen gerne den anderen Figuren, ganz nach dem Motto „Miteinander macht glücklich“. Auch das Lernspiel fördert Akzeptanz, da es mit den gängigen Geschlechterstereotypen bricht und Aufgaben enthält, bei denen die Kinder sowohl mit ihren Lehrer*innen, Klassenkamerad*innen und Eltern Aufgaben lösen müssen. Nach den ersten paar Runden merken die Meisten, dass die Antworten nur im Team gefunden werden können und das zusammen alles einfacher ist.
Aber was hat das Recycling-System „Bokashi Bin“ mit Inklusion zu tun?
Mit dem Recycling-System können die Kinder biologische Prozesse praktisch erfahren und über einen längeren Zeitraum beobachten, wie Abfall in nützliches Material verwandelt wird. Außerdem tragen sie die Verantwortung für das Recycling-System und müssen sich die Aufgaben, die dabei anfallen, gut aufteilen.

Mission East hat zusammen mit lokalen Partnern über 60 Lehrer darin geschult, wie sie ein gesundes Lernumfeld schaffen und kindgerechte Unterrichtsmaterialien verwenden können. Das Konzept der Klassenräume hat sich in Armenien schnell verbreitet und immer mehr Schulen beginnen Klassenzimmer nach dem oben genannten Modell zu gestalten.