Myanmar: Ein Gemüsegarten voller Hoffnung

"Jedes Mal, wenn ich mein Gemüse gieße, muss ich vor Freude laut singen"
Landwirte in West-Myanmar spüren die Folgen des Klimawandels. Mission East unterstützt die Landbevölkerung mit Projekten, in denen sie in neuen und nachhaltigen Anbaumethoden geschult werden. 

Auch die 31-jährige Losi hat an diesem Projekt teilgenommen und gelernt, wie sie ihren Gemüsegarten nachhaltig bewirtschaften kann: „Ich und meine Familie freuen uns täglich auf unseren Gemüsegarten. Jeden Tag sehe ich grüne Blätter, neue Triebe, neues Leben an meinen Pflanzen! Wir können gesunden Gemüse essen und niemand in der Familie war dieses Jahr krank. Das Projekt hat uns Gesundheit und Glück gebracht! Bis vor kurzem dachte ich, wir seien minderwertig und es sei ein schlechtes Los Bauern zu sein doch wir haben einen neuen Anfang gewagt und wenn das Thema jetzt auf die Landwirtschaft fällt, bin ich Feuer und Flamme und kann gar nicht mehr aufhören zu reden.“
Losis Familie gehört zu der christlichen Minderheit der Mara und lebt im abgelegenen Bundesstaat Chins in Myanmar. Seit Generationen nutzten die Bauern hier die Brandrodung, bei der sie Bäume und Sträucher bis auf das Wurzelwerk abschneiden und dann verbrennen, um die Böden fruchtbar zu machen. Die Asche dient den Kleinbauern als Dünger, doch die Böden sind nach einigen Jahren ausgelaugt und unfruchtbar und die Bauern müssen die Fläche brachlegen und ein neues Stück Wald verbrennen. Dies ist aufgrund des Bevölkerungswachstums aber nicht mehr möglich und die Familien müssen immer wieder auf der gleichen Fläche anbauen und weite Wege zu ihren Anbaugebieten gehen, bei denen noch etwas wächst. Die Vorräte reichen oft nur über den Winter und in den Frühlingsmonaten müssen Familien wie Losis hungern.

Die Situation wird durch die Tatsache verschärft, dass die Bauern die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen. Viele berichten, dass das Wetter unberechenbarer geworden sei. Die Regenzeit fällt nicht mehr jedes Jahr in dieselbe Zeit und unberechenbare Regenfälle erschweren die Landwirtschaft. Deswegen hat Mission East die Familie von Losi und 129 weiteren Personen ausgewählt, um zu versuchen, das Land auf neue Weise zu bebauen. Statt der Brandrodung haben die Familien viele verschiedene Arten von Gemüse und Früchte sowohl auf flachen Flächen, als auch auf Terrassen an den Hängen angebaut. Sie kompostieren und verwenden organische Insektenbekämpfung, verwenden tierischen Dünger und unterhalten Fischteiche. Durch die Diversität der Pflanzen sind sie durch unvorhersehbare Wetterbedingungen weniger verletzlich. Der Garten wird zu einem eigenen kleinen Ökosystem, das die Familien das ganze Jahr über mit Lebensmitteln versorgen kann.

Losi arbeitet gerne in ihrem Garten: „Früher habe ich mir vorgestellt, wie mein Garten zukünftig mit einer Wasserversorgung und einem Zaun aussehen würde, aber ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich einmal so sein wird. Ich bin sehr dankbar. Ich verkaufe bereits einige Dinge, die ich anbaue: Ingwer, Chili und Auberginen. Wir haben immer genug Gemüse für die Familie, und ich kann es sogar mit Freunden und Nachbarn teilen “, sagt sie. Ich fühle mich viel besser als früher, denn die tägliche Mahlzeit bestand überwiegend nur aus weißem Reis mit sehr wenig Gemüse. Eier beispielsweise wurden früher nur während einer Krankheit als Medikament verabreicht und nur in der Regenzeit gab es frisches Blattgemüse. „Jetzt essen wir zu jeder Mahlzeit drei verschiedene Arten von Lebensmitteln für jede Mahlzeit", sagt Losis Ehemann Lachitha. „Losi bringt täglich verschiedene Arten von frischem Gemüse aus dem Garten mit. Sehr frisch! Wir schlafen nachts sehr gut und fühlen uns gesund. Es ist eine totale Veränderung für uns.“, sagt er. Losi ergänzt: "Seit ich den Ernährungskurs besucht habe, versuche ich mich daran zu erinnern, jeden Morgen frische grüne Blätter zu essen. Und ich kann den Unterschied fühlen; Ich fühle mich stärker! "