Sauberes Trinkwasser rettet Leben | Mission East Germany

Sauberes Trinkwasser rettet Leben

Durch wasserübertragbare Krankheiten sterben mehr Menschen als durch Kriege und Naturkatastrophen. Wenn Mission East Katastrophengebiete betritt, steht deswegen die Wasserversorgung an erster Priorität, erklärt Kim Hartzner, Arzt und Gründer von Mission East.

Kim Hartzner verfügt als Arzt über ein hohes Maß an medizinischen Wissens und erklärt, warum Mission East sowohl für die Nothilfe nach Katastrophen als auch für die langfristige Vorbereitung auf die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung, immer auch den Bereich um Wasser, Sanitär und Hygiene (WASH) mitdenkt.

„Wasserverschmutzung und Infektionen sind die beiden gefährlichsten Todesursachen bei Katastrophen. Wenn 10.000 Menschen durch Kriege, Erdbeben oder Überschwemmungen sterben, dann sterben 100.000 Menschen durch die weiteren Auswirkungen der Katastrophe. In Katastrophenfällen ist sauberes Wasser der wichtigste Bedarf“, sagt er und fährt fort:

„Bei Erdbeben oder Überschwemmungen wird die Wasserversorgung oft zerstört und den Menschen bleibt in der Regel nur die Möglichkeit, schmutziges Wasser aus Flüssen zu trinken. Dadurch können sie Durchfall und Cholera bekommen und von den Folgen sterben.“

Kim Hartzner war mehrere Jahre als Arzt in Dänemark, Norwegen und Schweden tätig, bevor er mit seinem Vater René Hartzner die Hilfsorganisation Mission East gründete.

„Es gibt keinen großen Unterschied zwischen dem Gefühl, das ich als Arzt im Glostrup Hospital hatte, und der Arbeit bei Mission East. Es muss schnell gehandelt und die Entscheidung getroffen werden, die Leben retten kann. Es geht um Leben und Tod. Du hast ein ganzes Leben in deinen Händen. Das haben wir auch bei Mission East, sogar in größeren Maßstäben.

Sowohl als Arzt, als auch als Katastrophenhelfer muss man einen kühlen Kopf bewahren und Schwerpunkte setzen. An diesem Punkt haben wir als Mission East beschlossen, uns auf die Wasserversorgung, Latrinen, Seife und Hygiene-Artikel, Kochgeschirr und Küchengeräte zu konzentrieren – sauberes Wasser steht für uns an erster Stelle.“

Sauberes Wasser verbessert die Gesundheit erheblich:

„Die Sterblichkeit aufgrund von Wasserübertragbaren Krankheiten liegt bei 25 % der unter fünfjährigen Kindern, die kontaminiertes Wasser getrunken haben. In Afghanistan war ich in Dörfern, in denen fast alle 14 Tage ein Baby wegen verschmutztem Wasser starb. Ein halbes Jahr, nachdem Mission East eine sichere Wasserversorgung eingerichtet hat, starben keine Babys mehr. Diese effektive Hilfe, die Mission East in Afghanistan leistet, führt unter anderem zu den guten Beziehungen und dem Vertrauen seitens der lokalen Bevölkerung.“

Auch in Nordkorea ist die Wasserversorgung von zentraler Bedeutung, zum einen um die Lebensmittelversorgung langfristig zu verbessern, aber auch um dort die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.

„Wenn ich Vorträge über Nordkorea halte, zeige ich Bilder von älteren Damen, die die Überflutungskatastrophe in der nördlichen Provinz Hamgyong überlebt haben. Sie mussten zwei Jahre lang in Zelten leben, bevor wir ihnen mit neuen Häusern und fließendem Wasser helfen konnten. Meistens frage ich die Zuhörer meiner Vorträge, ob sie sich vorstellen könnten, zwei Jahre in einem Zelt zu leben. Der Großteil verneint ohne lange nachzudenken, aber wenn ich weiter frage, ob sie sich vorstellen können ohne sauberes Wasser zwei Jahre in einem Zelt zu leben, setzt ansatzweise ein Verstehen ein. In den zwei Jahren gaben wir den Flutopfern zwar Reinigungstabletten, um das Wasser zu desinfizieren, aber sie mussten immer noch bis zu zwei Stunden laufen, um an Wasser zu kommen. Nachdem die Häuser wiederaufgebaut und die Wasserleitungen installiert wurden, erzählt eine Frau: „Als wir das saubere Wasser von Mission East bekamen, gingen wir auf die Straße und tanzten vor Glück.“

"Es sind die Katastrophen und Krisen, die mit mangelnder Wasserversorgung und verschmutztem Wasser verbunden sind, die die meisten Menschen töten. Wenn Infektionskrankheiten dann noch mit mangelnder Nahrungsmittelversorgung und fehlenden Sanitären Anlagen einhergehen, dann ist dies einer der größten Gesundheitsbedrohungen für Menschen in Not sprechen“ schließt Kim Hartzner.