Straßenkinderprojekt in Mossul | Mission East Germany

Straßenkinderprojekt in Mossul

Mission East arbeitet derzeit mit UNICEF im Irak an einem einzigartigen Projekt, an dem Mossuls Straßenkinder und Jugendliche beteiligt sind. In Mossul haben viele Kinder und Jugendliche ihre Eltern und Angehörige im Krieg verloren und leben nun auf der Straße. Tagtäglich sind sie dort Gefahren ausgesetzt: Krankheiten, Ausbeutung, Gewalt, Kriminalität. Viele arbeiten mehr als 10 Stunden am Tag, putzen Autofenster oder machen andere schlecht bezahlte Arbeiten.

Mission East ist eine der wenigen Organisationen, die mit diesen Kindern arbeitet und mit Outreach-Teams in die Straßen geht, um die Jugendlichen dort zu unterstützen und Vertrauen aufzubauen, anstatt darauf zu warten, dass sie in die Zentren kommen. Viele Kinder, mit denen wir Kontakt auf der Straße aufgenommen haben, kommen nun in das Zentrum, in dem sie tagsüber in einem geschützten Raum Ruhe, Unterhaltung und psychologische Unterstützung erhalten. Darüber hinaus bietet das Zentrum verschiedene Freizeitaktivitäten an und die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit mit Mentor*innen zu sprechen und an psychologischen Gruppentrainings teilzunehmen. Hier finden sie Hilfe, werden von vertrauten Gesichtern begrüßt und erhalten immer mindestens eine Tasse Tee. Das Team unterstützt die Kinder mit Rat und Tat, wie es viele Erwachsene in jungen Jahren noch nicht erlebt haben. Bei einer unserer jüngsten Freizeitveranstaltungen zur Sensibilisierung für Umweltfragen haben wir Ahmed getroffen.

 

Ahmed* ist 10 Jahre alt und putzt an einer der Hauptkreuzungen in Mossul mindestens 10 Stunden am Tag die Autofenster. Er geht aus verschiedenen Gründen nicht zur Schule aber hauptsächlich nicht, weil er arbeiten muss. Er erzählt uns, dass sein Vater gestorben ist, will aber nicht weiter darüber sprechen. Ahmed hat einen 14-jähriger Bruder, Rakan, auch er arbeitet auf der Straße und bringt Geld mit nach Hause. Außerdem hat er zwei Schwestern, Alma (8) und Zanib (5). Seine Mutter ist auf Verwandte angewiesen, die die Familie unterstützen. Vor allem zwei Onkel helfen aus. Mit ihnen leben sie alle gemeinsam in einem Raum. Ahmed verdient bis zu 5.000 IQD pro Tag, das sind ca. 3,70€, wenn er Glück hat, sind es manchmal 10.000 IQD.

Nachdem Ahmed das Outreach-Team kennengelernt und Vertrauen aufgebaut hat, hat er mit seiner Familie an 2 der organisierten Events teilgenommen. Mittlerweile kennt er das gesamte Team mit Namen und freut sich darauf, zum Outreach-Zentrum zum Englischunterricht und zum Fußball zu kommen. Er erzählt, dass er es jedes Mal genieße, ein Teil der Mission East-Events zu sein, im Zentrum zu lernen, ein bisschen zu tanzen, zu essen und Spiele zu spielen.

"Hier habe ich das erste Mal seit langer Zeit das Gefühl ein Kind zu sein, ein paar gute Burger essen zu können, zu spielen, mit meinen Freunden zu tanzen und einfach mal zu lachen."

 

*Alle Namen wurden geändert, um die Identität der Kinder und der Familie zu schützen.